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Ina zockt… Time Stories Nervenheilanstalt Teil 1

Wir haben das Szenario Nervenheilanstalt vor ca. zwei Wochen an einem Wochenende durchgespielt und ich bin seither begeistert von Time Stories und beschäftige mich damit. Ich habe auf YouTube ein Let´s Play von SpieleabendTV verfolgt und fand es spannend zuzusehen, wie sie sich durch die Handlung „kämpfen“. Aus diesem Grund habe ich vier meiner Freunde ebenfalls das Spiel gezeigt und selbst dabei nur als Spielleiter fungiert. Sie haben nun den ersten Durchgang gespielt und es macht mir unglaublich viel Spaß zu verfolgen welche Entscheidungen sie genauso oder eben ganz anders als unsere Gruppe treffen und wie die Karten von den einzelnen Spielern beschrieben werden und welche Schlussfolgerungen gezogen werden.

Aus diesem Grund möchte ich euch hier vorstellen wie unsere Runde das Szenario absolviert hat.

Ich werde hier also massiv spoilern, sowohl Handlung als auch Lösungen! Daher bitte nur den Beitrag lesen, wenn ihr das Grundspiel selbst schon gespielt habt!

Also los geht’s mit dem ersten Durchgang:

Ich selbst hatte mich durch die Anleitung gekämpft und meinen Mitspielern die Regeln anhand der Basis erklärt (Ort betreten, Karten lesen und beschreiben, ZE ausgeben, ggf. Aufgaben bewältigen, Ortswechsel). Alles andere sollte sich hoffentlich im Laufe des Spiels von alleine ergeben und erklären und so war es dann schließlich auch. Die Karten der Basis lasen wir abwechselnd vor und sofort war jeder in die Grundhandlung involviert und gespannt darauf was uns erwartet. Danach haben wir den Aufbau beendet und gleich die Karte der verschiedenen Orte der Heilanstalt beäugt. Erste Spannung kam dann auf als sich jeder einen Wirt aussuchen durfte. Natürlich konnte man mit den Fähigkeiten noch nicht viel anfangen, also wurde hauptsächlich nach Optik und „Tick“ ausgesucht.  Ich selbst wählte die Kannibalin, mein Freund war das Mädchen, dass nicht alleine sein möchte, meine Freundin wählte die Erotomanin und ihr Freund wählte den Kämpfer, der bei zu viel Stress um sich schlägt (wenn das keine coolen Verrückten sind, weiß ich es auch nicht!).

Wir landeten im Aufenthaltsraum der Nervenheilanstalt und bestaunten  die tolle Grafik. Wir fühlten uns sofort in die Story hineinversetzt. Jeder untersuchte eine Ecke des Ortes, bis auf das Klavier in der Ecke waren alle Karten besetzt. JO-SE-PHI-NE war uns sofort unsympathisch und der Schachspieler gab uns Rätsel auf. Keiner wusste so Recht was ein Mantikor genau für ein Wesen ist, allerdings wurde das ziemlich schnell klar, als das Bild der Zeichnerin beschrieben wurde. Weil darauf sehr viel wirres Zeug zu sehen war, entschieden wir uns dazu eine Zeit zu investieren, um das Klavier noch zu untersuchen und die Drei, die das Bild noch nicht gesehen hatten, haben dieses im Anschluss noch untersucht. Aus dem vielen Geschreibsel haben wir uns „++++-„ gemerkt und „Süd-Ost dann im Uhrzeigersinn“. Viel wussten wir damit aber natürlich nicht anzufangen.

Nach dem Aufenthaltsraum zog es uns zuerst auf die Promenade. Wir klapperten alle Orte ab, schnappten uns beim Krocket-Spiel den Schläger, kamen am Tor zum Park wegen fehlendem Schlüssel nicht weiter und erfuhren vom Tänzer im Anzug, dass er ebenfalls Agent ist und einen Pömpel braucht, um einen Riss in der Zeitlinie zu erzeugen. Wir waren uns nicht einig, ob wir ihm diesen überhaupt bringen sollen, wenn wir einen finden, denn er war uns leicht suspekt.

Dennoch überlegten wir wo wir einen Pömpel am ehesten finden würden und entschieden uns für die Küche.

In der Küche besuchten wir den Metzger, von dem wir Fleisch erhalten können, die zwei Tellerwäscher, denen man einen Schlüssel stibitzen kann und die beiden Menschen, die in der Ecke am Tuscheln sind. Da wir kein Koks für den Metzger hatten, versuchten wir ihm das Fleisch abzuschwatzen, schließlich erwarteten wir noch einem Mantikor zu begegnen und dafür wird es sicher nützlich sein. Wir haben hier einige Zeiteinheiten verbraucht. Der Schlüssel lachte uns natürlich verdammt an. Unsere Überlegung war, dass man ihn in diesem Spiel nicht zwingend brauchen kann, denn man hat ja nur einen Versuch ihn zu bekommen. Und es wäre wirklich bescheuert, wenn man in dem Spiel nicht weiterkommen würde, wenn diese Probe scheitert. Trotzdem wird er sicher für irgendetwas gut sein, also versuchten wir den Schlüssel zu klauen. Natürlich scheiterten wir grandios und wurden dann der Küche verwiesen.

Also weiter zur Krankenstation. Die Hilfsschwester sagt uns sie könne hier nicht reden und bittet uns sie im Schlafsaal aufzusuchen. Das macht uns natürlich sofort neugierig. Josephine erzählt uns derweil vom Büro des Dr. Hyazinthe, wo wir einer Gruppensitzung beiwohnen sollen. Natürlich laufen wir in die Fänge des zuerst nett wirkenden Pflegers, verdammt. Die Erotomanin kann sich aber zum Glück ganz ohne Hilfe schnell aus der Situation heraus schwatzen. Außerdem öffnen wir mit Hilfe des Schlüssels aus dem Aufenthaltsraum den Medikamentenschrank und finden einiges an Koks. Wozu das wohl noch gut sein wird? In die Küche können wir ja nicht mehr, aber immerhin kann man damit Wunden heilen.

Da wir eher der Hilfsschwester vertrauen als Josephine, begeben wir uns zuerst in den Schlafsaal. Ein fixierter Patient bittet uns ihn loszumachen. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir uns dafür. Schließlich sind wir einfach neugierig was dann geschieht. Und natürlich: Eine Falle. Er fällt uns an! Die anderen Team-Mitglieder begutachteten erst noch den Rest des Raumes, bevor sie zu Hilfe eilen.

In der Mitte des Saales entdecken wir Schränke, die wir aufbrechen können. Außerdem schaute einer unserer Wirte aus dem Fenster heraus in den Park und entdeckte in einem Pavillon einen Mantikor! Können wir unser Fleisch nicht gleich durchs Fenster werfen? 😉 Ich selbst begab mich zur Hilfskrankenschwester, die mir erzählt, dass Josephine und der Dr. Hyazinthe Dreck am stecken haben. Sie rät uns durch die Katakomben zu fliehen und teilt uns mit, wo wir den Eingang dazu finden. Außerdem gibt sie uns einen Brief, der von irgendwelchen Plänen des Doktors erzählt und dass fünf Patienten notwendig sind. Hm…. Sollen wir wirklich fliehen?

Erst einmal müssen wir unseren Kameraden aus den Fängen des Irren befreien. Also teilten wir uns auf: Einer begab sich mit in den Kampf und die anderen beiden versuchten die Schränke zu öffnen. Natürlich haben wir es auf alle drei Objekte darin abgesehen. Beide Proben konnten wir schnell bewältigen und fanden im Schrank ein Pentagram mit seltsamen Symbolen, einen Rubin und einen Pömpel! Unsere Zeit neigte sich langsam zum Ende, daher mussten wir uns nun entscheiden:

Gehen wir zu den Katakomben? Ich hielt eine Flucht allerdings für falsch, denn wir hatten hier in der Anstalt eine Mission zu erfüllen! Ich konnte meine Mitspieler also überzeugen, dass das der falsche Weg sein muss. Sollen wir ins Büro zu Dr. Hyazinthe, der aber scheinbar kuriose Dinge im Schilde führt? Oder bringen wir dem Tänzer auf der Promenade mal noch den Pömpel? Aufgrund der mangelnden Zeit entschieden wir uns für die letzte Variante. Selbst wenn es eine Sackgasse ist, ist das nicht so schlimm, denn wir werden sowieso gleich in die Zukunft zurück teleportiert und dann wissen wir es wenigstens beim nächsten Mal! Also auf zur Promenade. Gemeinsam gingen wir sofort zum Tänzer, denn bei den anderen Orten war nichts mehr zu holen. Wir gaben ihm den Pömpel und er startete ein seltsames Tanz-Ritual. Er zeichnete mit den Füßen einen Kreis in den Sand und sagte wir müssten nun nur noch fünf Zeiteinheiten warten… Da wir diese fünf Einheiten nicht mehr hatten, blieb uns das Ergebnis verborgen. Klasse. Da hätten wir uns besser noch das Büro angeschaut, Mist.

Und damit war unser erster Durchgang beendet. Wir hatten alle Orte besucht, die es von Beginn des Spiels an zu erkunden gab, aber wirklich schlau wurden wir aus unseren gefundenen Objekten und aus dem Erfahrenen noch nicht.

Zu diesem Zeitpunkt hatte mich das Spiel bereits restlos überzeugt!

Dadurch, dass jeder seine Karte, die er erkundet, nicht einfach vorliest sondern mit eigenen Worten beschreibt, was er dort gesehen oder erlebt hat, wird eine tolle Atmosphäre erzeugt. Man erzählt automatisch von sich und seinem Wirt mit: „Der Typ hat mich angesprochen und mir erzählt, dass…“ Daher versetzt man sich sofort in die Lage hinein und identifiziert sich mit seinem Wirt und seinen Ticks. Wer rollenspielerisch veranlagt ist, kann das auch gerne noch ausschmücken und dem ganzen somit mehr Würze verleihen. Die Story ist spannend und ein wenig gruselig und das Ganze fühlt sich ein wenig an wie die alten Monkey Island PC Spiele (Gegenstände finden, mit Charakteren unterhalten, schauen wo man wie weiter kommt, um die Story voran zu treiben).

Von unserem zweiten Durchgang erzähle ich euch in meinem nächsten Beitrag.

Fortsetzung folgt…

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