Herr der Ringe – Anduin erfolgreich bereist

Das Abenteuer „Reise den Anduin hinab“ haben wir nun endlich gemeistert. Im ersten Versuch sind wir wieder recht schnell gescheitert, da durch unglückliche Verratskarten und Schatteneffekte Aragorn sein Leben lassen musste. An dieser Stelle haben wir dann gleich abgebrochen.

Der zweite Versuch lief deutlich besser. Wir haben wieder die Helden Gimli, Legolas, Thalin, Aragorn, Eleanor und Eowyn mitgenommen.

Gleich zu Beginn hatte ich die Karte, die die Bedrohung runter schraubt auf der Hand, sowie eine Ereigniskarte, die mir erlaubt einen Verbündeten aus einem Ablagestapel ins Spiel zu bringen.

Beim Aufdecken der ersten Karten hatten wir Glück, eine Verratskarte ist sofort verpufft und ein harmloser Gegner kam zum Vorschein, den Andreas noch in dieser Runde ausschalten konnte.

Der Troll verblieb in der ersten Runde in der Aufmarschzone, sodass wir etwas Zeit hatten unser Team aufzuhübschen. Legolas wurde mit einer Klinge versehen und Gimli hat durch den ersten kleinen Gegner Schaden genommen, um seine Angriffskraft zu erhöhen. Der Troll wurde von Andreas recht zügig verhauen und die Bedrohung konnte ich anschließend wieder reduzieren.

An Aragorn konnten wir das Horn Gondors anlegen, sodass ich keine Ressourcenprobleme hatte und frühzeitig Faramir ins Spiel bringen konnte, der für die Abenteuerphase einfach Gold wert ist. Außerdem war es mir möglich den heilenden Verbündeten aufzunehmen, der fleißig jede Runde Aragorn oder Thalin heilte.

In der zweiten Phase des Abenteuers hat Eleanor fleißig Verratskarten verhindert und der zweite Troll hat uns gefunden. Zudem lag ein fieser Ork in der Aufmarschzone und dieser kleine fiese Kollege, den man nur zum Kampf herausfordern kann, wenn keine anderen Gegner in der Aufmarschzone liegen und am Ende der Runde bei jedem Spieler einem Charakter einen Schaden zufügt. Mein Freund zog glücklicherweise „einen Wald von Speeren“ auf die Hand und hat den Troll und den fiesen Ork zum Kampf herausgefordert. Vorher bin ich mit all meinen Charakteren ins Abenteuer, da ich beim Kampf ohnehin nicht helfen konnte. Die bedrohlichen Gegner konnten in dieser Runde also nicht angreifen und Gimli und Beorn (ja auch er hat sich unserer Heldengruppe mittlerweile angeschlossen) konnten den Troll schon stark schwächen. Legolas und ein Verbündeter haben noch eifrig auf den Ork geschossen, sodass auch dieser schon stark verwundet wurde.

In der nächsten Runde war der Plan, dass ich zunächst alle ins Abenteuer schicke und Andreas anschließend Troll und Ork blockt. Dann wollte ich ein Ereignis wirken, das alle Charaktere nochmal spielbereit macht, sodass die fiesen Gegner dann das Zeitliche segnen. Da mein Freund aber zu Beginn der Runde erneut „Wald von Speeren“ gezogen hat, war das nicht nötig. Er verhinderte einfach erneut die Angriffe, musste somit keine Blocker deklarieren und konnte den Ork töten und den Troll bis auf einen Lebenspunkt niederzwingen. Durch die Fähigkeit von Legolas schafften wir zugleich die aktuelle Abenteuerkarte und sind zum ersten Mal auf die letzte Abenteuerkarte vorgedrungen (yeah!!).

Dort waren die Gegner in der Aufmarschzone wieder kampfwillig und es wurden sofort zwei weitere Karten aufgedeckt. Durch eine Verratskarte wurde unsere Bedrohung auf über 40 katapultiert, aber ansonsten alles im grünen Bereich. Der Troll starb schon dadurch, dass ein Verbündeter einen Schaden schoss, als er als Verteidiger deklariert wurde. Hier eine Frage: passiert der Angriff des Trolls dann noch vollständig? Stirbt der Verbündete also?

Ich habe einen Fernkämpfer angeheuert und Andreas hat alles in einen Kampf verwickelt außer den fiesen Ork, der sich ja nicht verwickeln lässt. Innerhalb von zwei Runden konnten wir alle ausschalten, sodass dann auch noch der Ork ganz schnell dran glauben musste. Schließlich war er durch Thalin sowieso schon geschädigt. Und so haben wir den Anduin zum ersten Mal erfolgreich bereist 🙂 Für mich ein absolutes Erfolgserlebnis.

Andreas konnte meine Freude ganz schnell trüben, da ihm dummerweise auffallen musste, dass uns ein Spielfehler unterlaufen ist, welcher uns den Weg erleichtert hat. Der Ort, der sechs Fortschrittsmarker benötigt und nur eine Bedrohung mitbringt lag nämlich lange sogar zweifach in der Aufmarschzone. zwar war uns bewusst, dass wir keinen anderen Ort bereisen dürfen, solange dieser Ort bereist werden kann, allerdings haben wir einfach lange Zeit gar keinen Ort bereist, um nicht erst sechs Marker für den Ort aufbringen zu müssen. Allerdings besagt der Ort, dass dieser bereist werden muss, sobald er bereist werden kann. Demnach hätten wir zweimal erst diesen Ort komplett erkunden müssen. Für Andreas war unser Sieg daher nicht regulär und zählt nicht wirklich für ihn.

Für mich war es dennoch ein Erfolgserlebnis, auch wenn wir das Abenteuer auch noch „regulär“ bewältigen wollen 😉

Noch eine Frage zum Schluss: Wenn der heilende Verbündete durch eine Verratskarte stirbt, kann man ihn vorher noch schnell erschöpfen, um noch einen Charakter zu heilen?

11 Gedanken zu „Herr der Ringe – Anduin erfolgreich bereist“

  1. Hi Ina,

    erst mal Glückwunsch zu dem Sieg, auch wenn er noch einen Makel hat 🙂 Genau solche Erfolgserlebnisse sind es, die das HDR LCG auszeichnen und zu meinem Favoriten unter den LCGs macht.
    Bezüglich Deiner Fragen:

    Ein Kampf findet immer gleich statt.
    a) Angreifer wählen
    b) Verteidger wählen
    c) Schattenkarten auswerten
    d) Angriffskraft des Angreifers mit Verteidigung des Verteidigers vergleichen = evtl. Schaden verteilen.
    Wenn der Angreifer nach b) also wegstirbt, wird er mitsamt seinen Schattenkarten abgelegt -> c) und d) werden somit nicht mehr ausgeführt.

    Weniger eine Antwort, sondern eher ein Tipp. Sofern man davon ausgehen kann, dass Verratskarten erschöpfte Charaktere schädigen .. nutze Fähigkeiten für die man erschöpfen muss, erst nach der Abenteuerphase. Und nun zu Deiner Frage .. nein. Du kannst lediglich auf den Tot reagieren, hast aber kein Aktionsfenster.

    1. Vielen Dank für die vielen Tipps.
      Morgen kommt meine erste Erweiterung (die schwarzen Reiter) und das dritte Szenario wartet ja auch noch auf uns 🙂
      Ich werde weiter berichten.

      1. Sehr gern.. nur mal nachgefragt .. hatte Thalin in Eurem Spiel „Kontakt“ mit den Krähen? Wenn Thalin sich dem Abenteuer stellt bekommt jeder aufgedeckte Gegner einen Schaden ab bevor er in die Aufmarschzone gelegt wird. Bei den Krähen bedeutet das, dass sie sofort tot sind und Ihr Nachrüsten nicht angewendet wird. Ihr Erzwungen-Effekt hingegen schon.

        1. Ja, hatte er. Nachrüsten haben wir dennoch angewandt. Dann ist es ja doch ein verdienter Sieg 😉
          Da die Krähen aber nicht durch einen Kampf gestorben sind, haben wir sie in diesem Fall nicht nochmal in den Stapel gemischt.

          1. Bei den Krähen ist es egal, wie sie sterben. Der Wortlaut des Erzwungen-Effekts besagt, wenn sie besiegt wurden. Das ist meiner Meinung nach gleichzusetzen mit – wenn sie tot sind.
            Würde beispielsweise Legolas mittels Pfeilhagel einen Gegner töten, so kannst Du seine Reaktion nicht nutzen, da er keinen Angriff ausgeführt hat.

          2. Also ich muss sagen, dass mich das an diesem Spiel stört. Die Formulierungen sind oft nicht eindeutig und lassen Platz für unterschiedliche Auslegungen.
            Das gibt es bei Magic weniger, obwohl es dort bereits Tausende Karten gibt. Aber die Begrifflichkeiten sind einheitlich und klar definiert.
            Hier würde ich mir wenigstens eine ausführlichere Errata wünschen, da man sich diese Dinge wie hier „besiegt“ und „nachrüsten“, wenn die Karte sofort wieder aus dem Spiel geht nicht logisch erschließen kann.
            Aber gut, wenn dem so ist, mischen wir die Krähen künftig wieder ins Deck. Wenn die Krähen aber als Schattenkarte aufgedeckt werden, werden sie nicht ins Deck gemischt. Richtig?
            Legolas verteilt nur Fortschrittsmarker, wenn er angreift und dadurch einen Gegner tötet. Das haben wir so befolgt. 🙂
            Ich muss mir aber die FAQ nochmal zu Gemüte führen. Evtl. werden dort solche Fragen ja behandelt.

  2. Hallo Ina, tut mir leid, dass die Begrifflichkeiten zu Verwirrungen und breiten Auslegungen führen. Die Entwickler und auch die Übersetzer haben sich hier leider recht früh selbst in die Nesseln gesetzt. Daher ist die Idee, sich das FAQ, die Erratas und die Regelerklärungen auf der Heidelberger-Seite bzw. bei FFG einmal durchzulesen.

    1. Szenario endlich auch „regulär“ geschafft. Jetzt bin ich zufrieden 😉 wir hatten aber wirklich Kartenglück im Vergleich zu den vorherigen Versuche. Die Saga-Box ist heute eingetroffen. Ich denke da werd ich demnächst mal zwei Decks bauen mit denen wir dann weiter spielen werden. LG

  3. Hallo erneut
    und erneut gepostet, ohne alle übrigen HdR-LCG-Beiträge zu lesen, die da noch kommen:).
    Ja das mit den Formulierungen ist so ’ne Sache, vermutlich spielen wir auch nach Partie130 dies und das ab und an immer noch inkorrekt oder lassen es im Eifer des Abenteuers mal recht offen;-). Bin allerdings auch kein engagierter FAQler…
    Aber gleich mit einer der SAGA-Boxen zu beginnen nur nach der Grundbox mag machbar sein, dürfte aber auch arg ambitioniert sein, weil sich schon noch diverse gute und nützliche Karten allein im ersten Zyklus finden.
    Wobei ich sagen muss, reiner Themenspieler zu sein, so sehr mir der Deckbau auch Spaß macht und ich beim Deckbauer mir noch kommende Spielerkarten anschaue. Das aber nur, um darin zu schwelgen, wie ich ab dem Khazad-dúm-Zyklus ein Zwergendeck nach Moria führe und DANN mit dem Hobbit gen Erebor marschiere mit ALLEN 13 Zwergen als Helden oder Verbündeten:)).
    Das Themenspielen kann bei mir soweit führen, dass bspw. legolas partout keine Zwergenaxt in die hand gedrückt bekommt, obwohl ich es (ressourcenmäßig) könnte und ihn die zumindest +1 Angriffsstärke sehr gut täte. Aber was soll ein Elb mit einer solchen unförmigen, grobschlächtigen Waffe anfangen?;)
    Neben all der abenteuerlich faszinierend abwechslungsreichen Herausforderung, dem unendlichen Möglichkeiten beim Deckbau nach Stärken, Synergien sowie thematischen Zusammenstellungen begeistert mich nahezu jedes i.a.a.R. sehr liebevolles HdR-Detail und dass man ein Kartenspiel nahezu wie ein Rollenspiel inszenieren kann (wenn die Grundmechaniken und die allermeisten Karten bekannt bis vertraut sind, man also weiß, was man da macht und nicht über jeden Wortlaut grübeln muss).

    In dem Sinne auf weiteres Erspielen Mittelerdes

    1. Bei diesem Beitrag musste ich lächeln. Dass Legolas keine Zwergenaxt tragen darf finde ich extrem witzig und eine tolle Spielweise! Denn du hast recht, es geht hier um ein tolles Thema und wie bitte soll Atomsphäre aufkommen, wenn Legolas keine Pfeile schießt? Eigentlich müsste er auch jeden Gegner mit dem ersten Schuss töten 🙂
      Du hast Recht, HDR ist ein ganz tolles Spiel. Ein kooperatives Kartenspiel bei dem man wirklich das Gefühl hat ein Abenteuer durchzuspielen! Und wenn man nach einer Partie überlegen kann mit welchem Helden oder Deck man die Gegner besser hätte bewältigen können, kommt bei mir richtig Spielspaß auf. Manche Unklarheiten nerven mich leider ein wenig, aber ich denke das wird automatisch weniger, wenn man besser mit dem Spiel vertraut ist. Deckbau ist bei meinem Kartenpool leider noch stark eingeschränkt, aber das wird sich hoffentlich bald ändern. LG

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