Ina zockt… Mystic Vale

Wir lieben Dominion und andere Deckbuilder und hatten daher ein Auge auf Mystic Vale geworfen. Innovative Blanko-Karten, die man durch hinzuschieben von weiteren Karten aufwerten und verändern kann, das klingt doch mehr als spannend. Auch das Cover mit dem mystischen Wald ist total ansprechend. Ich habe es daher als Geschenk zum Geburtstag erhalten.

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Die Spannung war groß was uns hier erwartet und schnell haben wir die Regeln gelesen und es aus dem großen Geschenke-Berg aus Spielen als erstes heraus gepickt. Die Karten sehen schick aus und lassen sich gut in die Hüllen einpflegen. Wir konnten sehr schnell mit dem Spielen beginnen, da die Anleitung sehr gut geschrieben ist wie wir es von Pegasus gewohnt sind.

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Man deckt Karten auf bis drei rote Symbole zu sehen sind. Man kann dann sein Glück versuchen und weitere Karten ziehen, um diese in die Auslage zu bekommen und deren Symbole zu nutzen, deckt man allerdings ein viertes rotes Symbol auf, hat man seinen Zug verdorben und darf die Hauptphase „Ernten“ nicht ausführen. Ansonsten kann man in dieser Phase die aufgedeckten Symbole nutzen um Karten zu kaufen und um Siegpunkte zu generieren. Es gibt eine Auslage ähnlich wie bei Dominion und man kauft sich ein bis zwei Karten, die man dann einer Hülle in der eigenen 20170608_190146ausgespielten Auslage hinzufügt. Jede Karte hat drei Slots, oben, unten und in der Mitte. Man kann keinen bereits genutzten Slot überdecken. So kann es vorkommen, dass man eine gewünschte Karte nicht nehmen kann, weil man keinen geeigneten Slot für sie frei hat. Einige Karten bilden eine Synergie, so gibt’s bspw. Wächter-Symbole, die einen Vorteil bringen, wenn man weitere Wächter-Symbole auf die gleiche Karte packt.

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Außerdem kann man mit Hilfe weiterer Symbole (siehe hier gelbe Sterne) Karten einer weiteren Auslage kaufen, die einem entweder Siegpunkte und/ oder eine Sonderfähigkeit bescheren. z.B. kann einem eine solche Karte ein dauerhaftes Symbol pro Runde einbringen oder die Fähigkeit diese Karte einfach abzuwerfen, falls man seinen Zug verdirbt um dann doch noch die Phase Ernten spielen zu dürfen.

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Die Mechanik des Spiels ist klasse, aber irgendwie haut es uns nicht um. Es ist sogar fast ein bisschen langweilig. Aufdecken, Kaufen, Abräumen, fertig, nächster. Es gibt keine tollen Kombinationen oder Ketten, die man spielen kann, es gibt keine Angriffe oder sonstige Interaktion mit den Mitspielern, es gibt einfach  zu wenige Sorten an Karten. Versteht mich nicht falsch, ich möchte kein zweites Dominion, denn das habe ich schon mit allen Erweiterungen. Aber ich denke es wäre hier soviel mehr möglich. Mehr solche Sachen wie die Wächter, was dann auch unterschiedliche Strategien zulässt. Oder Karten, die dem Gegner Siegpunkte stehlen (es gibt diese ja nicht umsonst in Form von Kartensymbolen und in Form von Tokens). Dazu kommt, dass eine gekaufte Karte aus der Auslage verschwindet und stattdessen eine neue Karte aufgedeckt wird. Das Verfolgen einer Strategie ist daher kaum möglich. Denn wenn eine Karte in der Auslage liegt, die man gerne haben möchte, weil sie auf eine meiner Karten hervorragend passt, – z.B. ein weiterer Wächter – muss ich erst diese Karte, wo ich den Wächter hin haben möchte in der eigenen Auslage haben, die Karte muss dann noch da sein UND muss genau an die richtige Stelle der Karte passen. Das ist mir einfach zu willkürlich, als dass ich hier mir hier einen ernsthaften Plan erarbeiten kann. Letztendlich kauft man dann das, was eben gerade verfügbar ist, was man sich leisten kann und was irgendwo auf eine Karte passt. Meist ist die Auswahl der zu kaufenden Karten dadurch auf eine oder zwei beschränkt. Schade.

Es mag sein, dass wir als Kenner- bzw. Expertenspieler einfach ein bisschen verwöhnt sind von der Masse der Möglichkeiten anderer Spiele (habe ich Dominion eigentlich schon erwähnt? 😉 ), dennoch ist es uns hier einfach viel zu wenig, es hätte schon ein bisschen mehr sein dürfen.

Was für mich sehr positiv zu erwähnen ist, ist die umwerfende Grafik. Wirklich sehr mystisch, toll gezeichnet, einfach liebevoll umgesetzt:

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Auf jeden Fall werden wir Mystic Vale trotzdem ab und zu auf den Tisch bringen und natürlich hoffen wir auf mehr Abwechslung durch die Erweiterung, die bald erscheinen wird. Aber ganz ehrlich: hier werde ich erst ein paar Rezensionen abwarten, denn es ärgert mich schon, dass man hier eine Art unfertiges Spiel kauft. Die Erweiterung muss schon einiges hergeben, damit uns das Spiel doch noch richtig überzeugt. Langzeitspaß nur mit der Grundbox ist jedenfalls nicht gegeben. Wirklich sehr schade.

Also wer Interesse an dem Spiel hat: spielt evtl. mal irgendwo Probe und wartet die Erweiterung ab. Wenn diese überzeugt, kauft euch ggf. gleich beides zusammen.

Ein Gedanke zu „Ina zockt… Mystic Vale“

  1. Das sehe ich (leider) auch ganz ähnlich… ein super Konzept, sehr innovativ mit dem „bauen“ von Karten, aber irgendwie fehlt was. Und oft ist es etwas zu schnell fertig (dem kann man aber immerhin mit ein paar mehr Siegpunkten auf dem Stapel abhelfen).

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